Tomaten pflanzen – So fällt die Ernte reich und üppig aus

Tomaten anbauen – kaum eine andere Gärtnertätigkeit kann in so hohem Maße gleichzeitig von Freude und Trübsal begleitet werden. Wer Glück hat und seine Tomaten während eines warmen und trockenen Sommers angebaut hat, sieht einer ertragreichen Ernte hingegen. Wer jedoch mit einem verregneten Sommer konfrontiert wird, hat sich meist umsonst viel Mühe beim Tomatenanbau gegeben. Es gibt jedoch Tipps und Tricks wie man als Tomatenbauer auch schlechtem Wetter und anderen kontraproduktiven Situationen strotzt und in jedem Sommer viele pralle und reife Tomaten aus dem eigenen Garten genießen kann.

Es gibt viele unterschiedliche Tomatensorte. Welche Sorte Sie wählen sollten Sie individuell nach Ihrem persönlichen Geschmack aber auch nach dem Verwendungszweck der Tomaten entscheiden. Achten Sie aber ebenfalls auch darauf, dass Ihre ausgewählte Tomatensorte widerstandsfähig gegen die häufigsten Tomatenkrankheiten ist.

So vielfältig und gesund sind nur Tomaten

Kirschtomaten wie die Sorten „Dasher“, „Sweet Million“ oder „Philovita“ sind die Nachvarianten unter den Tomaten. Ihre kleine runde oder ovale Form lädt ein, die eine oder andere Tomate zu pflücken, wenn man am Beet entlang geht und direkt zu essen. Und entgegen anderer Sorten mit kleinen Früchten, sind die genannten Sorten recht unanfällig gegen die Kraut- und Braunfäule. Das gilt auch für die Sorte „Orangino“, die nebenbei auch noch für ihre vielen leuchtend orangefarbenen Früchte mit dem intensiven Geschmack bekannt ist.

Zum Kochen eignen sich Sorten, die etwas größere und feste sowie kern- und saftarme Früchte bilden. Ideal sind Fleisch- und Flaschentomaten wie die Sorte „Timos“. Ihre Früchte lassen sich sehr gut zu Suppen und Soßen verarbeiten und strotzen auch schwierigen Freiland-Bedingungen. Andere, nicht weniger geeignete Sorten sind „Corianne“, „Myrto“ und „Agro“. Weniger bekannt sind die Sorten „Andenhörnchen“ oder „Ananastomate“ mit ihren hellgelben Früchten. Sie gehören zu den alten Sorten, die jüngst wieder entdeckt wurden und heute als Spezialität gelten.

Tomaten – Jungpflanze selbst ziehen oder als Setzling kaufen?

Alle gängigen Sorten bekommen Sie als Samen oder als vorgezogene Tomaten-Setzlinge im Handel, beispielsweise in der Gärtnerei oder im Gartencenter. Möchten Sie sich dagegen an einer ausgefalleneren Sorte versuchten, finden Sie diese häufig nur als Saatgut. Ab Anfang März können Tomatensamen in kleine Töpfe eingesät werden. Weitere Informationen entnehmen Sie der Samenpackung. Decken Sie die Töpfe anschließend bis zum Keimen mit einer Folie ab und stellen Sie die Töpfe auf eine warme und sonnige Fensterbank.

Wer seine Tomaten nicht selbst zieht, sondern als Jungpflanzen im Handel kauft, erhält hierbei einen weiteren Vorteil: Denn viele dieser vorgezogenen Pflanzen sind zuvor beispielsweise auf eine stark wachsende Wildtomate veredelt worden. Dadurch bilden Sie bis zu 60 Prozent mehr Früchte, wodurch sie sich vor allem bei Gärtnern mit wenig Anbaufläche beliebt machen und vermehrt auf Balkonen, Terrassen oder im Gewächshaus zum Einsatz kommen. Ob eine Jungpflanze veredelt wurde oder nicht, erkennen Sie an einer Kennzeichnung. Sind Sie sich unsicher, fragen Sie den Händler. Sollten Sie sich für eine veredelte Pflanze entscheiden, achten Sie bei der Pflege auf eine gleichmäßige Wasser- und Nährstoffversorgung, da die Früchte andernfalls zum Platzen neigen.

Ab ins Beet: Tomaten aussetzen

Tomaten vertragen absolut keinen Frost. Aus diesem Grund sollten sie bis zum 20. Mai nach den Eisheiligen warten, bis Sie Ihre Tomatenpflanzen ins Freie bringen. Besitzen Sie ein unbeheiztes Gewächshaus, können Sie Ihre Tomaten auch schon früher aussetzen, da Sie hier ebenfalls vor Frost geschützt sind. Ebenfalls möglich ist es, Setzlinge bei milden Temperaturen auch schon Ende April ins Freie zu setzen und mit einer Folienhaube abzudecken, sollte Nachtfrostgefahr bestehen. Dann können die ersten Früchte auch schon etwas früher geerntet werden. Jedoch müssen Sie hierbei unbedingt darauf achten die Abdeckung täglich gleich morgens wieder abzunehmen. Außerdem muss die Folienhaube Abstandsringe und Luftlöcher besitzen, damit ein für die Tomate angenehmes Klima unter der Abdeckung gewährleistet werden kann. Die Blätter sollten keinesfalls mit der Folie in Kontakt kommen, denn sonst besteht eine erhöhte Pilzinfektionsgefahr für die Pflanze.

Die Wahl des Bodens und des Standorts

Zwei Hauptaspekte sind bei der Wahl des Bodens und des Standorts vor allem anderen zu beachten: Sonne und Nährstoffe. Die Tomatenpflanze braucht einen sonnigen Platz und nährstoffreiche Erde. Bereiten Sie den Boden dazu vor, indem Sie auf jeden Quadratmeter zwischen drei und fünf Liter Kompost ausstreuen. Das stellt bei der Pflanze eine Grundversorgung mit Nährstoffen sicher und verbessert außerdem den Humusgehalt des Gartenbodens.

Ein weiterer wichtiger Faktor, der sich erheblich auf die Ernte auswirkt ist der Wechsel des Beetes. Dieser Wechsel sollte jedes Jahr wieder erfolgen. Wenn die Tomatenpflanzen ständig an derselben Stelle stehen, können sich Schädlinge im Boden wie Wurzelälchen und die Erreger der Korkwurzelkrankheit viel besser vermehren.

Welche anderen Pflanzen Sie in der Nähe der Tomaten ziehen, ist für die Tomatenpflanze unerheblich. Sie ist ein guter Nachbar für fast alle Sorten. Von Kartoffeln, Erbsen und Fenchel als Beet-Nachbarn für die Tomate wird jedoch abgeraten. Karotten, Spinat, Radieschen oder Kohl hingegen gedeihen hervorragend in ihrer Nähe. Man geht davon aus, dass der Geruch der Tomatenblätter Schädlinge vertreibt. Davon profitieren die Tomatenpflanzen selbst wie auch die umstehenden Pflanzen.

Genauso wenig wie Kartoffeln oder Fenchel als Nachbarn mögen Tomatenpflanzen auch zu nah gepflanzte andere Tomaten nicht. Halten Sie daher beim einpflanzen einen Abstand von etwa 60 Zentimetern ein. Zwar liest man teilweise, dass auch 30 Zentimeter bereits genügen, zu klein kann man den Abstand jedoch schnell wählen, zu groß hingegen nicht. Pflanzen Sie Tomaten in Doppelreihen sollten Sie einen Reihenabstand von 1 Meter einhalten, in der Reihe können Sie den Abstand dann auf 40-50 Zentimeter verkleinern. Das Loch, in das Sie die Pflanze setzen, sollte so tief ausgehoben werden, dass der Wurzelballen nach dem Einsetzen etwa 5 Zentimeter unterhalb der Erdoberfläche liegt. So kann die Pflanze auch an der Stängelbasis Wurzeln ausbilden und ist in der Lage deutlich mehr Wasser und Nährstoffe aufzunehmen.

Ein Dach über dem Kopf

Die Kraut- und Braunfäule haben wir oben bereits erwähnt. Sie trägt den lateinischen Namen Phytophtora und gilt als gefährlichste Tomatenkrankheit überhaupt. Ein Pilz ist ihr Auslöser. Dessen Sporen werden von dem Wind aufgenommen und auch über große Distanzen hinweg verbreitet. Landen die Sporen auf einer feuchten Blattoberfläche, lösen sie dort schnell eine Infektion mit Phytophtora aus. Ein besonders günstiges Klima für Phytophtora ist zudem eine hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen von weniger als 18 Grad Celsius. Ist die Infektion einmal ausgebrochen, lässt sie sich kaum wieder eindämmen. Aus diesem Grund sollten Sie Ihre Tomatenpflanzen regelmäßig auf einen Befall prüfen und beim kleinsten Anzeichen eine s Braunfäule-Befalls sofort alle infizierten Blätter restlos entfernen. Die wirkungsvollste Prophylaxe ist ein Gewächshaus. Denn hier können sich die Sporen nur schwer niederlassen. Wenn Sie nicht im Besitz eines Gewächshauses sind, können Sie alternativ zu einem Tomatenhaus greifen. Dies sind spezielle Häuser mit drei geschlossenen Seiten, die es in vielen Größen im Fachhandelt gibt. Sind Sie handwerklich begabt können Sie sich Ihr Tomatenhaus auch selbst bauen. Sie benötigen dafür nur ein paar Holzlatten sowie UV-beständige Gewächshausfolie. Damit Ihre Tomaten ausreichend geschützt sind, legen Sie die offene Seite so an, dass sie von der Wetterseite abgewandt ist. In unseren Breitengraden darf die offene Seite also nicht gen Westen zeigen. Die offene Seite ist wichtig, da ein geschlossenes Tomatenhaus einen Befall mit Pilzkrankheiten begünstigt. Denn bei wechselnden Temperaturen kann sich unter der Folie schnell Schwitzwasser bilden. Das feuchte Klima stellt optimale Bedingungen für Pilze dar. Aus diesem Grund ist auch von einer dauerhaften Verwendung von speziellen Tomatenhauben abzuraten und ein tägliches Lüften des Gewächshauses Pflicht.

 

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