Kübeltomaten statt Freilandtomaten – wie gut ist die Alternative?

Tomaten sind hervorragende Gemüsepflanzen, denn sie lassen sich hervorragend kultivieren – und zwar fast überall. Um selbst gezogene Tomaten genießen zu können, braucht man keinen eigenen Garten mit Gemüsebeet. Auch eine Terrasse und selbst ein Balkon reichen aus, um im Sommer zum Essen die Tomaten direkt vom Strauch pflücken zu können. In Kübeln gedeihen Tomaten im Prinzip genauso gut wie im Beet, sind genauso ertragreich und sehen zudem noch sehr dekorativ aus. Und auch für Gartenbesitzer sind Kübeltomaten eine gute Alternative zu Freilandtomaten, denn sie sind platzsparend: während viele Blumen, Sträucher und Gemüsesorten auf ein Beet angewiesen sind, können Tomaten in den Blumenkübel umziehen und machen so anderen Sorten Platz.

Die meisten Tomatensorten eignen sich für den Kübel. Achten Sie beim Kaufen von Samen oder Setzlingen auf die Verpackungsinformationen oder Hinweisschilder oder fragen Sie im Zweifel den jeweiligen Fachverkäufer. Balkonbesitzern seien zudem noch auf die Tatsache hingewiesen, dass aus den kleinen zarten Setzlingen Pflanzen von nicht selten anderthalb Metern Höhe werden. Der Kübel für die Tomatenpflanze muss dementsprechend groß gewählt werden, wodurch sich für den Balkon in der Regel nur einige wenige Tomatenkübel anbieten, während auf der Terrasse nach Belieben meist deutlich mehr Tomatenpflanzen aufgestellt werden können.

Tomaten sind zweijährig, manche Sorten liefern auch danach noch Früchte. In anderen Breitengeraden werden Tomaten auch meist zweijährig kultiviert, bei uns in der Regel nur einjährig. Denn Tomatenpflanzen sind nicht winterhart. Und selbst wenn sie die kalte Jahreszeit in einem Winterquartier untergebracht werden und dort gut überdauern, ist ihr Ertrag im zweiten Jahr oftmals so gering, dass sich die Mühe nicht lohnt. Wer es dennoch versuchen möchte, sollte darauf achten, die Tomatenpflanzen erst nach den Eisheiligen wieder aus dem Winterquartier nach draußen zu stellen. Zuvor kann es gerade in der Nacht noch Frost geben, den die Tomatenpflanze nicht übersteht.

Der Standort ist das A und O – auch bei den Kübeltomaten

Genau wie Freilandtomaten muss auch bei Kübeltomaten auf einen Standort mit besonderen Bedingungen geachtet werden. Tomaten brauchen Sonne. Je mehr Sonne, desto besser. Selbst die Hitze der glühenden Mittagssonne verträgt die Tomate sehr gut. Regen und Wind können der Pflanze jedoch auch im Sommer viel anhaben, weshalb ihr Standort zwar sonnig aber dennoch vor Witterungseinflüssen geschützt sein sollte. Ideal ist eine überdachte Stellmöglichkeit, die dennoch viel Sonne bietet. Alternativ schützt auch eine nahe Platzierung der Tomatenpflanze an der Hauswand.

Vor Wind schützt nicht nur ein gut gewählter Standort, sondern auch eine Stabilisierung der Tomatenpflanze mithilfe einer Stange oder eines Pflanzstabs. Dieser schützt die Pflanze vor dem Umknicken. Dies kann auch durch das Eigengewicht der Pflanze geschehen, wenn diese größer wird und beginnt, Früchte zu tragen. Tomate wachsen üblicherweise nämlich nicht nur in die Breite, sondern sehr gerne auch in die Höhe. Eine Stabilisierung ist daher Pflicht, unabhängig davon, wie windgeschützt der Standort ist. Idealerweise ist der Pflanzstab mindestens zwei Meter lang. Drücken Sie diesen tief neben der Pflanze in die Erde. Befestigen Sie die Pflanze anschließend am Pflanzstab und kontrollieren Sie die Befestigung regelmäßig, um sie im Bedarfsfall zu erneuern.

Für das Wachstum und das Gedeihen von Pflanze und Früchten ist Sonne und Wasser für die Tomatenpflanze unabdingbar. Genauso wichtig sind außerdem ein großer Kübel, der den Wurzeln Platz bietet, sowie Dünger. Ein Kübel von 40 Litern kann maximal zwei Tomatenpflanzen beherbergen. Wer am Kübel spart, wird dies spätestens bei der Ernte durch einen geringeren Ertrag zu spüren bekommen. Denn in einem zu kleinen Kübel kann sich die Wurzel weniger gut ausbreiten und die Tomatenpflanze wird deutlich weniger üppig.

Tomaten brauchen sehr viel Wasser – desto mehr, je höher das Thermometer steigt. Im Hochsommer können morgens und am späten Nachmittag jeweils mehrere Liter Wasser in den Tomatenkübel gegossen werden. Übergießen Sie Ihre Tomaten jedoch nicht – weder im wörtlichen Sinne, denn Wasser auf ihren Blättern mögen Tomaten überhaupt nicht, noch im übertragenen Sinne. Denn im Wasser stehen sollten Tomaten ebenfalls nicht, da sie Staunässe ebenfalls nicht vertragen.

Neben Wasser benötigen Tomaten außerdem besonders viele Nährstoffe. Aus diesem Grund gehören Sie auch zur Gruppe der sogenannten Starkzehrer. In regelmäßigen Abständen sollten Tomaten daher gedüngt werden. Übertreiben Sie es mit dem Dünger jedoch nicht. Denn selbst Starkzehrer lassen sich leicht überdüngen. Als Faustregel gilt daher lieber zu wenig als zu viel. Neben organischem Dünger gibt es im Fachhandel auch speziellen Tomatendünger. Halten Sie sich bei dessen Verwendung genau an die Gebrauchsempfehlungen für Kübeltomaten.

Zu guter Letzt ist neben Platz, Sonne, Wasser und Dünger auch die Pflege der Pflanze ausschlaggebend dafür, wie ertragreich die Ernte der Kübeltomaten ausfällt. Die Tomatenpflanze sollte regelmäßig ausgegeizt werden. Lediglich bei Strauch- und Buschtomaten kann auf das Ausgeizen verzichtet werden. Auch das untere Laub wird regelmäßig entfernt, um Bodenkontakt zu vermeiden. Die abgeschnittenen Geiztriebe und Laubreste können als Mulch wiederverwertet werden.

So pflanzen Sie Tomatenpflanzen in den Kübel

Wenn Sie die oben beschriebenen Maßnahmen leisten können, steht einem erfolgreichen Tomatenanbau nichts mehr im Wege. Achten Sie beim Einpflanzen der Tomaten in die Erde des Kübels darauf, dass der Kübel mit einer ausreichenden Drainageschicht versehen wurde. Außerdem empfiehlt es sich, das Abzugsloch mit Tonscherben von alten Tontöpfen abzudecken. Andernfalls würde sich das Abzugsloch mit Erde zusetzen und überschüssiges Wasser könnte nicht ablaufen. Staunässe kann sich so viel schneller bilden. Für eine besonders lockere Erde können Sie sogenannten Blähton oder feinen Kies mit unter das Substrat der Tomatenpflanze mischen. Auch dies fördert den Abfluss von überschüssigem Wasser und ein Ausbreiten der Tomatenwurzeln.

Idealerweise besitzen Sie ein wenig reifen Kompost, den sie ebenfalls großzügig mit unter die Erde mengen. Haben Sie keinen reifen Kompost zur Hand, eignet sich auch Hornspäne sehr gut. Drücken Sie beim Auffüllen des Kübels das Substrat immer wieder leicht an, jedoch nicht so stark, dass sich die Erde zu sehr verdichtet. Lassen Sie der Pflanze außerdem genug Platz und setzen sie diese nicht zu spät ein. Platzieren Sie die Pflanze in der Mitte des Kübels, so dass einige Zentimeter als Gießrand rund um die Pflanze bleiben. Drücken Sie die Pflanze nach dem Einpflanzen leicht an und gießen sie anschließend zum ersten Mal ordentlich an.

Die ersten Tomatenpflanzen werden im Handel bereits Ende April angeboten. Zur Auswahl stehen meist nicht veredelte und veredelte Tomaten. Veredelte Tomaten sind besonders widerstandsfähig gegen gängige Tomatenkrankheiten. Alternativ können Sie Ihre Setzlinge auch selbst stehen. Hierfür hält der Handel jede Menge Samen bereit. Insbesondere weniger typische Tomatensorten sind manchmal ausschließlich als Saatgut im Handel erhältlich.

Was tun bei unreifen Tomaten trotz umfangreicher Pflege?

Sie haben sämtliche Ratschläge befolgt, sich mit Hingabe um Ihre Tomatenpflanzen gekümmert, und dennoch dankt es Ihnen die Pflanze nur mit unreifen Tomaten. Obwohl die Tage und Nächte langsam kühler werden und ihre Tomatenpflanze voll mit Früchten hängt, konnten Sie noch keine einzige Tomate ernten. Wenn die Tomaten tatsächlich so wenig Sonne abbekommen haben, dass sie noch immer unreif sind, wenn der Winter praktisch schon vor der Tür steht, können sie die Tomaten dennoch genießen. Pflücken Sie die Früchte einfach, sobald sich auf den Tomaten eine leichte Färbung abzeichnet. Anschließend legen Sie die Tomaten in der Küche aus, wo sie problemlos nachreifen können und mit der Zeit schön saftig und rot werden.

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