Tomaten pflanzen – so geht´s richtig

Wer im Sommer und im Herbst die Früchte seiner Arbeit und die schönsten Tomaten seiner selbst gepflanzten Tomatenpflanzen ernten möchte, der muss hierfür bereits früh die Basis schaffen, und zwar im Frühling. Die besten Voraussetzungen um die jungen Tomatenpflanzen auszusetzen sind stabile Temperaturen ohne Frost in der Nacht. Erfahrenen Tomatenbauern warten daher mit dem Aussetzen bis nach den Eisheiligen, die alljährlich auf die Tage zwischen dem 12. und 15. Mai fallen.

Neben dem richtigen Zeitpunkt gibt es weitere wichtige Dinge zu beachten, bevor man die jungen Tomatenpflanzen ins Beet setzt. Bevor die Tomaten-Setzlinge ins Beet umgesiedelt werden dürfen, muss der Boden entsprechend vorbereitet werden. Zu den Vorbereitungsmaßnahmen gehören ein Anreichern mit frischer Erde sowie eine Untermischung von neu gewonnenem Kompost. Damit die Setzlinge gut wachsen und im Sommer Früchte tragen, brauchen sie einen nährstoffreichen Boden. Und diesen gibt es nur mit einem im Vorfeld gut vorbereiteten Humus.

Das Aussetzen ins Beet

Beim Aussetzen ist noch ein weiterer Punkt zu beachten: Die Tomatenpflanzen brauchen Abstand. Es ist vollkommen sinnlos zu glauben, dass mit einem näheren Abstand zueinander mehr Pflanzen im Beet untergebracht werden können, die dann auch mehr Früchte tragen. Das Gegenteil ist der Fall. Je weniger Platz die Tomatenpflanze zum Wachsen hat und je weniger Sonne an die Früchte gelangt, desto geringer wird die Ernte ausfallen. Die Angaben über den Mindestabstand unterscheiden sich von Ratgeber zu Ratgeber. Manche behaupten, dass ein Abstand von 30 Zentimetern zu allen Seiten ausreichend ist, andere bevorzugen einen Abstand zwischen 50 und 80 Zentimetern. Neben ausreichendem Abstand sollte der gewählte Standort für die Tomatenpflanzen über ausreichend Sonnenlicht verfügen, ohne dass die jungen Pflanzen Wind und Regen schutzlos ausgeliefert sind.

Setzlinge – kultivieren oder kaufen

Es gibt zwei unterschiedliche Möglichkeiten, um an Tomaten-Setzlinge zu kommen. Die einfachste Variante ist, die bereits gezogenen Setzlinge im Handel zu kaufen und im heimischen Beet auszusetzen. Bei Gärtnereien, Baumärkte und anderen Anbietern sind die Setzlinge ab dem Frühjahr erhältlich. Der Preis unterscheidet sich, je nach Größe des Setzlings und der Tomatensorte. Schließlich ist Tomate nicht gleich Tomate, sondern Hobbygärtner haben die Auswahl zwischen Rispen-Tomaten, Eier-Tomaten, Flaschen-Tomaten, Kirsch-Tomaten, Fleisch-Tomaten – buschig wachsende oder hoch wachsende Tomaten in vielen unterschiedlichen Größen, Farben und Geschmacksrichtungen. Manche kleinen Keimlinge gibt es bereits ab 50 Cent, andere größere Setzlinge kosten in der Regel zwischen 2 und 5 Euro.

Alternativ zu den im Handel erhältlichen Setzlingen können Tomatenpflanzen auch selbst gezogen werden. Die Tomatensamen hierfür gibt es ebenfalls in Gärtnereien und anderen Fachgeschäften sowie im Internet. In einem kleinen Topf mit Erde an einem warmen Platz auf dem Fensterbrett beispielsweise lassen sich die Pflanzen leicht selbst ziehen. Doch auch hier gilt: stabile Temperaturen und regelmäßiges Wässern sind unabdingbar.

So geben Sie Tomaten richtig Halt, damit diese ranken können

Nachdem die Tomaten-Setzlinge erfolgreich nach draußen ins Beet ausgesetzt wurden, ist die Pflege der Pflanzen noch lange nicht abgeschlossen. Wachsen tun die Pflanzen zwar bei ausreichend Licht und Wasser von allein, jedoch sind Tomaten rankende Pflanzen, die eine Möglichkeit brauchen, um sich an etwas emporzuranken. Am besten stabilisieren Sie junge Tomaten-Pflanzen direkt von Anfang an. Hierfür eignen sich eingesetzte Stangen meist am Besten. An diesen können die Pflanzen mühelos in die Höhe wachsen. Wählen Sie jedoch lange Stangen von knapp 2 Metern Länge. Denn nicht selten wachsen manche Tomatensorten über 1,50 Meter hinaus.

Tomatenstauden schneiden – so geht’s

Damit die Tomatenpflanzen gut in die Höhe wachsen können, brauchen sie nicht nur eine Rankmöglichkeit. Eine zweite Maßnahme, die der Gärtner vornimmt, trägt ebenfalls zum Wachstum der Tomatenpflanze bei: das Schneiden der Tomaten-Staude. Nebenbei verhindern Sie so außerdem, dass die Haupttriebe durch das Gewicht der wachsenden Früchte und Nebentriebe brechen. Entfernen Sie daher regelmäßig die Triebe, die keine Blüten und somit später auch keine Früchte tragen, um Ihre Pflanze zu entlasten. Die Kraft und Energie, die sich sonst auf Haupt- und Nebentriebe verteilt, kommt so ausschließlich den Haupttrieben zugute. Und deren Früchte werden so größer, saftiger und praller.

Achten Sie beim Schneiden vor allem auf die sogenannten Geizlinge. Diese sitzen in den Blatt-Achsen und müssen ausgebrochen oder –geschnitten werden. Denn hier bildet die Tomate andernfalls neue Verzweigungen und es wird zu viel Energie in die Blätter anstelle der Früchte geleitet. Aus demselben Grund wird außerdem nach dem fünften Blütenstand die Spitze der Tomatenpflanze gekürzt. Dies erfolgt spätestens Ende August. Kürzen Sie jedoch wirklich nur die Spitze und sorgen Sie mit einem Festbinden der neuen Spitze an einer Stange oder einer anderen Rankmöglichkeit für eine weitere Stabilisierung der größer werdenden Pflanze. Damit die abgeschnittenen Triebe dennoch einen Zweck erfüllen können, kann man sie als Dünger wiederverwenden. Dazu die Triebe einfach unter die Pflanze legen.

Schneckensicher zur Tomatenernte

Nicht jeder Tomatenbauer wird von den kleinen Quälgeistern belästigt, doch wenn sie erst einmal da sind, ist es schwer sie wieder los zu werden. Um Schnecken erfolgreich von den reifen Früchten fernzuhalten, sollten weit nach unten hängende Früchte nach oben gebunden werden. Regelmäßiges Absammeln der Schnecken, die sich am Stiel zu den oben hängenden Früchten vorarbeiten wollen, hilft ebenfalls. Ein idealer Moment herfür ist der frühe Abend oder nach dem Gießen, da die Schnecken dann besonders gern zum Vorschein kommen. Allerdings kostet das aber natürlich etwas Zeit und Mühe. Doch die Arbeit lohnt sich. Das werde Sie bestätigen, wenn Sie in Ihre erste selbst angebaute, nicht gespritzte und völlig unbehandelte Tomate beißen und den Unterschied schmecken.

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